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Sehenswürdigkeiten von Negara

Die Küstenstraße von Denpasar nach Gilimanuk führt durch das kleine verschlafene Städtchen Negara. Die Stadt ist Hauptstadt des Verwaltungsdistrikts Jembrana, der am dünnsten besiedelten Gegend Balis. Es gibt einige interessante Sehenswürdigkeiten in der Region, die aber nur mit dem eigenen Fahrzeug erreichbar sind.

Auf den Spuren der Buginesen

Wer schon einmal den Süden der Insel Sulawesi besucht hat, erlebt rund um Negara ein Déjà-vu. Die sulawesischen Buginesen, die sich vor Jahrhunderten hier auf Bali ansiedelten, haben bis heute ihre alte Kultur bewahrt. In den Bugidörfern in der Umgebung kann man die einzigartige Architektur der Buginesen bestaunen. Die Häuser wurden in der typischen Stelzenbauweise errichtet und sind reich verziert mit aufwendigen Holzarbeiten. Die größte Bugigemeinde befindet sich in Loloan Timur, südlich von Negara.

Die christlichen Dörfer in der Umgebung

In den 1940er Jahren gründeten die aus ganz Bali vertriebenen Christen mit Hilfe holländischer Missionare die beiden christlichen Dörfer Blimbingsari und Palasari. Sie liegen zwischen Negara und Gilimanuk. In mühevoller körperlicher Anstrengung wurde das Land für die Bebauung dem Dschungel abgetrotzt. Der katholischen Gemeinde Palasari und dem evangelischen Dorf Blimbingsari ist eins gemein: ihre hochaufragenden Kirchen, bei deren Bauweise gotische und balinesische Dekor- und Bauelemente miteinander verschmelzen.

So findet man zum Beispiel vor der Kirche in Blimbingsari das typisch balinesische gespaltene Tor zur Abwehr von Dämonen; Christis Kreuz wurde auf einem brahmanischen Lotusthron platziert. Die Symbiose zwischen balinesischer Kultur und christlichem Glauben spiegelt sich auch im alltäglichen Leben wieder. Die Festtagskleidung entspricht der, die bei hinduistischen Festen im Rest von Bali getragen wird. In den christlichen Schulen werden Tänze gelehrt, bei denen balinesische Gamelanorchester mit Figuren und Themen aus der Bibel vermischt werden.

Wasserbüffelrennen

Die berühmten Wasserbüffelrennen von Bali, die Mekepung, finden regelmäßig in der Kleinstadt Delod Berawah, neun Kilometer östlich von Negara, statt. Bunt geschmückte, zweirädrige Wagen, auf denen ein Jockey steht, werden von zwei Büffeln über einen 4 Kilometer langen Parcours gezogen. Die extra für die Rennen gezüchteten, rassigen Tiere müssen keine Feldarbeit verrichten. Vor den Rennen werden ihre Hörner bemalt und sie werden mit prächtigem Kopfschmuck, Seidenbändern und Halsschmuck versehen. Die Einteilung der Teilnehmer erfolgt in zwei Teams, von denen jeweils nur zwei Gespanne gleichzeitig starten. Die kräftigen, muskulösen Wasserbüffel können trotz ihrer Gespanne Geschwindigkeiten von mehr als 50 Kilometern pro Stunde erreichen. Bewertet wird jedoch nicht allein die Geschwindigkeit, sondern auch die Rasse, das Aussehen und der Rennstil. Die Wasserbüffelrennen haben in Westbali eine sehr lange Tradition und auch heute noch ist der religiöse Hintergrund bedeutend. Mit den Rennen wird der Segen der Götter für die kommenden Ernten erbeten. Über die aktuellen Termine, wann die spektakulären Veranstaltungen stattfinden, geben Agenturen und Hotels der Region gerne Auskunft.

Tempel und weitere Sehenswürdigkeiten

Der Tempel Pura Gede Perancak liegt südlich von Negara, direkt an der Küste. Er ist dem berühmten hinduistischen Reisenden aus dem 16. Jahrhundert, Dang Hyang Nirartha, gewidmet, der der Legende nach die Bali-See in einer Kürbisschale überquerte. In der Tempelanlage finden sich ungewöhnlich viele Krokodilstatuen und Steinmetzornamente mit Krokodilen als Motiv. Das Tier ist hier besonders heilig und gilt als Wahrzeichen der Region Jembrana. Der Meerestempel wurde aus hellgrauem Korallengestein errichtet und liegt malerisch an einer Flussmündung.

Fährt man von Negara die Küstenstraße in Richtung Osten, erreicht man nach ca. 18 Kilometern das Highlight unter den Sehenswürdigkeiten Jembranas, den Tempel Pura Rambut Siwi. Auf einer Meeresklippe erbaut, thront er majestätisch vor der Kulisse einzigartiger Reisterrassen auf der einen, und schwarzer Lavastrände und bunter Fischerboote auf der anderen Seite. Den besten Ausblick auf das paradiesische Panorama hat man von einem kleinen Pavillon im Westen der Anlage.

Ein besonderes Relikt, das in dieser Tempelanlage aufbewahrt wird, sollen Haare des heiligen Hindupriesters Dang Hyang Nirartha sein. Zwischen den Schreinen und Pavillons spenden stark duftende Frangipani- und Cempakabäume Schatten. Farbenprächtige Schmetterlinge haben die leuchtenden Blüten als ihre Heimat entdeckt und schwirren zu Hunderten umher. Die Höhlen, die sich am Fuß des Felsens befinden, sind heilig und dürfen von Besuchern nicht betreten werden.

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Eine Abwechslung bietet sich in Palasari, wo sich ein ein Staudamm befindet. Dessen Wasser-Reservoir, traumhaft zwischen Reisterrassen und sanften Hügeln gelegen, ist ein beliebtes Ausflugsziel.

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